So sieht also das System am Computer aus, mit dem die Mitarbeiter der HEMA (Hawaii Emergency Management Agency) die offiziellen Warnmeldungen an die Bevölkerung auslösen. (Quelle: Honolulu Vibil Beat via Twitter).

Letzten Samstag, 13.01.2018, klickte dann wohl jemand auf „PACOM (CDW) – STATE ONLY“ anstatt auf „DRILL – PACOM (CDW) – STATE ONLY“ und löste so versehentlich den Atomraketenalarm aus, der die Menschen auf Hawaii in Angst und Schrecken versetzte.
„Sie rannten panisch über die Straßen, auf der Suche nach einem Bunker.“ -> Spiegel.de: Panik auf Knopfdruck

Ok, man muss wohl in einem zweiten Dialog die Auswahl noch mit einem weiteren Klick bestätigen. Aber trotzdem. Dieses Interface! Für so eine wichtige Aufgabe!! Als Interfacedesigner fehlen mir da einfach die Worte …

Fehlbedienung vorprogrammiert

Es geht mir gar nicht darum, dass man hier vielleicht schönere Buttons oder ähnliches bräuchte, im Gegenteil. Bei so wichtigen Systemen ist es sogar eine sehr gute Idee, Standard-Links zu verwenden und nicht durch zusätzlichen Schnickschnack neue, technische Fehlerquellen einzubauen. Das eigentlich erschreckende ist einfach, dass bei dem gezeigten Bildschirm jegliche Struktur fehlt und alle Auswahlmöglichkeiten – echte Alarme und Testalarme – bunt gemischt in einer Liste stehen und alle Menüpunkte von der Aufmerksamkeitsverteilung her gleich gewichtet sind.
So sieht ein System aus, das mit zwei Links begonnen hat und bei dem dann über Jahre ein Verantwortlicher nach dem anderen zwar immer wieder einen neuen Link hinzufügen ließ, aber sich niemand wirklich um die Bedienbarkeit und das Gesamtkonzept gekümmert hat. Fehlbedienungen sind da eine logische Konsequenz.

Randnotiz:

Seit dem Fehlalarm vom Samstag wurde der Liste im System ein weiterer Link hinzugefügt (siehe Screenshot). Ganz oben als erster Punkt natürlich, weil neuerdings so wichtig: „BMD False Alarm“ – „Fehlalarm“.
Es wäre schlimm, wenn es nicht so ernst wäre.